Schielbehandlung meiner Tochter / Erfolg und Probleme

Unsere ältere Tochter muss leider nochmal Schiel- /Amlyopiebehandlung durchmachen, siehe Thread hier:

https://www.urbia.de/forum/7-jugendliche/5860235-schieltherapie-bei-tochter-fast-14-omg

Nun müssen wir seit 2 Monaten wieder ihr linkes Auge abkleben. Nach kurzer Protestphase am Anfang kommt sie mit dem Augenpflaster allgemein wieder ganz gut klar. Weil sie schon 14 ist und die Sehleistung auf dem amblyopen Auge auch wieder ziemlich schwach war (50%!) muss sie das Pflaster leider die meiste Zeit tragen (auch zur Schule!) was natürlich für sie im Teenager-Alter sehr belastend ist.

ZUM POSITIVEN:
Bei der Kontrolluntersuchung vor 2 Wochen hatte sich die Sehleistung ihres schwachen Auges schon um 10% verbessert! Das ist toll denn sie sieht nun selbst dass sie sich mit dem Auge-abkleben nicht umsonst quält sondern sich ihr Auge auch tatsächlich bessert!
Und es macht uns Hoffnung dass sie tatsächlich noch die Chance auf 2 gute Augen hat wenn wir die Behandlung konsequent weiter machen!

DIE PROBLEME:
Natürlich war es klar dass es kein Vergnügen für sie wird mit Augenpflaster in die Öffentlichkeit und v.A. in die Schule zu gehen!
Z.B. lasse ich sie auch nicht mehr mit ihrem Scooter fahren obwohl sie meint das geht schon, aber das finde ich viel zu gefährlich in der Stadt mit einem Auge!
Für ihre Freund:innen ist ihr abgeklebtes Auge inzwischen normal und die machen kein großes Thema mehr drum und auch innerhalb der Klassengemeinschaft scheint es keine großen Probleme zu geben.
ABER an der Schule gibt es halt leider auch genug asoziale Kids die es besonders cool finden sich auf ihre Kosten lustig zu machen und sie (auch auf social media) als "behindert"etc, etc... bezeichnen!
Ich hatte gehofft dass sich das mit der Zeit bessern sollte aber da lag ich anscheinend leider falsch!
Teilweise erfahre ich das auch über ihre Freund:innen, Sarah will da gar nicht drüber reden!

Der Gipfel war ein Schulausflug letzte Woche wo ich im Nachhinein auf Der Schulwebsite auf Bildern gesehen habe dass Sarah ihr Pflaster nicht drauf hatte!
Als ich sie dann zur rede gestellt habe dass ausgemacht war dass sie die Pflaster-Tragezeit einhalten MUSS und warum sie es dann nicht getragen hat hat sie nur zornig gemeint "glaubst du ich lass mich den ganzen Tag von denen fertig machen" - So was soll ich jetzt tun??
Sarah bestrafen weil sie sich nicht an die Vereinbarungen hält?
Jedenfalls habe ich ihre beteiligte Lehrerin kontaktiert und mal nachgefragt was denn los war bekam ich zur Antwort "ich dachte es ist besser so dann wird sie wenigstens in Ruhe gelassen!"
- wie soll ich auf so etwas reagieren?

Was kann ich tun um die Situation für sie zu verbessern?
Sarah wird schon noch ein halbes Jahr Pflaster kleben müssen bis der richtige Behandlungserfolg erreicht ist!
Das ist sowieso hart genug für sie da kann ich doch so etwas nicht auf sich beruhen lassen?

Vielen Dank schon mal wenn ihr euch Gedanken darüber macht!

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Was hat denn deine aktive Recherche nach einer Alternative ergeben? Hast du es überhaupt versucht?


Genau das, was jetzt passiert, hatte ich dir prophezeit. Deine Tochter wird gemobbt...du siehst trotzdem nur das Auge. Deine Tochter hat pro forma mitgezogen...du denkst du hast was bei ihr erreicht. Nicht IHR müsst die Behandlung machen, das ist alleine deine Tochter.

Der Ausflug war nicht der Gipfel, es war einfach eine logische Konsequenz. Und du denkst jetzt wirklich darüber nach, sie zu bestrafen? Du hast sie zur Rede gestellt....joah, auch wieder nur das Auge im Fokus, nicht das komplette Kind. Nahc dem Ausflug hättest du deinen Tochter einfach mal in den Arm nehmen können, mit ihr zusammen diese beschissene Zeit verfluchen, sie trösten. Ihr diesen einen Tag gönnen.

Mein 13jähriges ich, würde dir aus heutiger Sicht etwas sagen: "Mama, dir geht es nur um mein Auge, mich siehst du gar nicht mehr und nimmst mich auch nicht wahr. ICH habe damit Probleme, ICH werde gemobbt, ICH leide."

Die Lehrerin trägt auhc nicht die Verantwortung dafür, das sie dieses Pflaster trägt, es ist nicht ihre Aufgabe. Aber sie ist Ansprechpartner, wenn es um Mobbing auf dem Schulhof geht und da dagegen unternimmst du nichts. Die Worte der Lehrerin würde mich ins Mark erschüttern, denn sie bekommt tagtäglich mit, welchen Spießrutenlauf dein Kind da tagtäglich durchmacht.

Noch einmal ganz deutlich, an diesem Auge hängt ein Kind dran. Das Bild auf der Website, die Aussage der Lehrerin und die Aussage deiner Tochter machen sehr deutlich, wie sehr sie (und nicht ihr!) leidet. Frag die Lehrerin lieber, was sie gegen das mobbing unternehmen möchte, anstatt dich über das fehlende Pflaster auf dem Bild aufzuregen.

Wir hatten uns im anderen Beitrag ausgetauscht, ich merke gerade, das nichts davon bei dir angekommen ist. Ansonsten hättest du dein Kind selber am Ausflugstag vom Pflaster befreit...als Belohnung, weil sie ansonsten super (gegen alle Widerstände) mitzieht.

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Entschuldige, aber das finde ich jetzt ein wenig unfair!
- das klingt für mich fast nach Täter- Opfer- Umkehr, was wäre wenn jemand andere Hilfsmittel braucht, z. B. Hörgeräte oder einen Gehstock?
Würdest du dann auch sagen „kein Wunder, wenn sie damit zu dem Ausflug kommt, ist ja klar dass sie dann gerobbt wird“ ??

Und ja, wir haben uns (mit ihr gemeinsam) mehrere Meinungen eingeholt (mehrere Praxen kontaktiert, und auch in Fachforen mit 2 Ärzten Kontakt gehabt:
Ergebnis:
2 hatten gemeint in ihrem Alter wäre es schon zu spät für eine Behandlung, sie müsste sich damit abfinden dass das Auge schwachsichtig bleibt.
Alle anderen Meinungen waren deckungsgleich mit der Aussage unserer Ärztin bzw. Orthoptistin:
Unbedingt SOFORT versuchen ob sich noch eine Verbesserung erzielen lässt und wenn ja dann konsequent und intensiv abkleben da ihr nicht mehr viel Zeit bleibt und engmaschig den Behandlungserfolg kontrollieren!
Alle haben uns auch zum Aufenpflaster geraten weil es mit Abstand die effektivste Variante ist.
Ansonsten würde man ihr linkes Brillenglas blickdicht abkleben, was aber auch auffällig aussieht und gewisse „Kandidaten“ auch nicht von doofen Sprüchen etc. abhalten würde.
Von einer blinden Kontaktlinse haben in ihrem Fall alle abgeraten!
Unsere Orthoptistin hat Sarah für den Sommer noch eine Stoffaugenklappe für die Brille (als zweitbeste Alternative) vorgeschlagen falls das Pflaster bei hohen Temperaturen zu unangenehmen wird.

Und wir haben es auch (das kam als Tipp in meinem ersten Beitrag hier) mit „coolen“ Augenklappen im Piraten-Look versucht, die sie aber nur kurz getragen hat weil damit ihre Berille dann immer runter gerutscht ist und sie die allgemein nicht so angenehm zu tragen gefunden hat. Sie hat dann freiwillig lieber wieder zum Pflaster gewechselt.

Und Sarah hat nicht pro-forma mitgezogen sondern nach unserer
Recherche verstanden dass es ihre letzte Chance ist 2 funktionierende Augen zu haben.
Die beste Bestätigung für sie war ja die Kontrolluntersuchung vor 2 Wochen wo sie den messbaren Erfolg selbst gesehen hat!

Und nein, ich sehe nicht nur das Auge sondern schon meine Tochter als Persönlichkeit. Gerade deswegen mache ich mir Gedanken, schreibe hier und ja, sie bekommt Lob für ihre Stärke und sie wird auch in den Arm genommen.
Und gerade deshalb ärgere ich mich über diese dämlichen Kids so sehr! Sie ist stark und macht diese höchst unangenehme Behandlung mit weil sie versteht dass es wichtig für sie ist und dann wird sie von ein paar emphatielosen Gören noch dafür fertig gemacht!
DAS kann ich nicht einfach akzeptieren und indem Punkt möchte ich ihr helfen und etwas unternehmen!

Nein und ich denke nicht ernsthaft daran sie zu bestrafen, aber ihr von vornherein zu sagen sie kann das Pflaster weglassen weil ANDERE vielleicht wieder dämlich sind?
Wo ist dann die Grenze?
Wenn wir damit anfangen gefährden wir ihren Behandlungserfolg und haben diese Diskussion dann ständig!

Ich denke eher darüber nach wie man die Sache nochmals mit den Lehrern besprechen kann um ihre Situation in der Schule zu erleichtern, ohne sie unter eine Glassturz zu stellen?
DAS ist mein Anliegen und da wäre ich für Tipps oder Ideen sehr dankbar.

Bearbeitet von Alexa147
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Hörgeräte und Gehhilfen sind Hilfsmittel die den Alltag erleichtern, die Pflaster deiner Tochter eine Therapieform, die einschränkt.....das ist ein riesiger Unterschied. Du vergleichst da Äpfel mit Birnen.

Der Kontrolltermin war vor zwei Wochen, dort konnte man klar erkennen, das sie wohl mitzieht.....also warum nicht für den Ausflug für die bisherige tolle Mitarbeit ein bißchen belohnen? Und natürlich nicht, weil andere Kinder dämlich sind.
"Wenn wir damit anfangen gefährden wir ihren Behandlungserfolg und haben diese Diskussion dann ständig!" Das ist eine Unterstellung, die deutlich macht, das du deiner Tochter nichts zutraust.

Auch das mit dem Scooter....du verbietest, anstatt man nach einem Orientierungstraining o.ä. zu schauen. Du verbietest, obwohl sie dir sagt, das sie das hinbekommt. Wäre sie älter, dann dürfte sie sogar Auto fahren.

Wie auch immer, die Zeit wird auch vorbei gehen.

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Ganz ehrlich, ich hätte an deiner Stelle das Bild auf der Website "nicht gesehen".

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Der Gedanke kam mir auch in den Sinn.
- wäre wahrscheinlich für mich die einfachste Lösung gewesen.

Aber ich weiß nicht ob ich Sarah damit etwas Gutes getan hätte?
Probleme gehen ja nicht weg nur weil man sie ignoriert?

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Liebe FS,

ich - so wie viele andere Menschen wahrscheinlich - wünschen sich eine Welt, in der so etwas nicht passiert. Bzw. wo man mit einfühlsamen Worten noch zu solchen Jugendlichen vordringt. Ich bin mal ganz ehrlich, dass deine Tochter das mit dem Auge macht ist super wichtig und sollte natürlich auch durchgezogen werden. Dass deine Tochter damit aber (im Jahre 2024) mit "sowas" in die Schule muss, gleicht meiner Meinung nach einem Spießruten Lauf. Für ihr Seelenheil - und das meine ich wirklich nicht zynisch - wäre es besser, sie würde zu Hause unterrichtet werden in der Zeit.

Es gibt natürlich auch Menschen die der Überzeugug sind, solche Erfahrungen gehören unabdinglich im Leben eines Menschen dazu und deine Tochter wird schon lernen, sich gegen so etwas zu behaupten... ja ne is klar... und andere Menschen werden auch groß und erwachsenen ohne diese "tollen" Kindheitserlebnisse. Mobbing prägt ein Leben lang. Dieses Misstrauen anderen Menschen ggü wird man schwer wieder los.

Die Welt ist aktuell hier in DE einfach eine andere. Jugendliche erkennen immer mehr, wie antwortlos wir Erwachsenen auf Brutalität und Mobbing sind und nutzen das einfach schamlos aus.

by the way: ich finde Schulen in der Form wie sie heute existieren weder für Kinder noch Lehrer tragbar. Eigentlich sind das von der Zusammensetzung und Gruppendynamik wie Gefängnisse. Lauter junge energiegeladene unreife Menschen die von einer handvoll Personen betreut werden, die oft genug selbst Angst haben (verständlicherweise).

Eine möglichst teure Privatschule kann hier vielleicht Abhilfe schaffen. Für die, die es sich leisten können. Allen anderen bleibt nur ein "viel Glück".

Deiner Tochter wünsche ich alles Gute.

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Hey danke für deine Antwort!

Das sie es durchzieht ist ganz toll und sie bekommt auch genug Lob dafür!
(Btw das mag sie auch nicht besonders, am liebsten ist ihr es wird gar nicht thematisiert, wir haben auch die Omas X-mal darum gebeten sie ganz „normal“ zu behandeln!)
Die beste Bestätigung für sie war natürlich dass sich ihre Werte schon eindeutig verbessert haben!
Da gab’s auch eine ordentliche Belohnung!

Inzwischen kommt sie auch morgens „fertig“ mit Pflaster aus dem Bad, also alles gut soweit!

Zu deinem Punkt mit Homeschooling:
Das sehe ich anders, denn man würde sie zwar vor Mobbing schützen aber ihr auch das soziale Umfeld nehmen!
Das war schon in der Pandemie schlimm genug!

Mein Mann ist eher der Typ der sagt das hält sie schon aus solange die Mehrheit hinter ihr steht!?

Zum Thema teure Privatschule bin ich mir auch nicht so sicher.
Wir leben zum Glück in einer ganz angenehmen Gegend und es handelt sich bei ihr sicher nicht um eine sogenannte Brennpunktschule.
Und die Kids aus dieser „besonders coolen“ Clique die sie da auf dem Kieker haben sind alles „Kinder aus gutem Hause“ - DAS finde ich eigentlich bedenklich, über den Charakter braucht man da nicht lange nachzudenken!

Vielleicht ist das auch der Grund warum niemand von den Lehrern da mal richtig durchgreift?
Jedenfalls möchte ich auf jeden Fall noch mal mit jemanden aus der Schule sprechen, allerdings bin ich mir nicht sicher bei welcher Stelle, beim Klassenvorstand bin ich ja schon am Anfang ziemlich abgeblitzt!?

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Ich würde als erstes mit den sinnlosen Verboten aufhören. Wieso kein Scooter fahren? Auch Einäugige und Menschen ohne 3D Sicht machen ganz normal Führerschein und dürfen auch Scooter fahren. Nimm ihr doch nicht diese Freude.

Dann würde ich an die Klassengemeinschaft appellieren ggf über die Lehrer. Die Klasse steht hinter ihr, sie können sich auch am Schulhof für sie stark machen. Wenn es Klassenexterne Kinder sind, die mobben, dann ist diese Zeit ja stark begrenzt. In der Pause soll sie mit ihren Freunden raus und dann macht man diese Kinder klein mit Hut, wenn die den Mund aufmachen.

Ausnahmen dürfen auch sein - wenn sie es nicht am Klassenausflug tragen will - dann ist das für den einen Tag ok. Auch kurz für Selfies mit Freunden darf es natürlich runter.

Entschuldige dich bei ihr, bestärke sie in ihrem Weg, sag ihr, dass die anderen Kinder Arschlöcher sind. Lieber jetzt ein Jahr abkleben als lebenslang schielen.

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Ich hab selbst jahrelang ein Augenpflaster getragen und habe auf meinem "kranken" Auge nur noch eine Sehleistung von 20%. Ich finde den Vergleich mit dem Einäugig auch nur bedingt passend. Das "gesunde" Auge gleicht oftmals das "kranke" aus und daher kann man mit diesem viel klarer und stärker sehen, teilweise bis zu 100%. Wenn man allerdings das gesunde Auge abklebt, sieht man teilweise nur noch Formen/Farben/ Schemen. damit kann man eben nicht einfach so Scooter fahren oder Fahrrad oder sonstiges. Selbst normale Alltagssituationen können zur Herausforderung werden, da man das kranke Auge ja zwingt wieder zu schauen.

Ansonsten wegen dem Mobbing: Da kann man reden wie man will. Da wird sich nichts ändern. An die TE:
Frag mal bei deinem Augenarzt nach, ob sie eventuell Augentropfen bekommen kann. Dies hab ich leider auch erst viel zu spät erfahren, aber es scheint welche zu geben, die das gesunde Auge zeitlich "blind" machen. Das soll angeblich auch gut helfen.

Bearbeitet von Lunaria
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Hallo @Lunaria

Vielen Dank, gut erklärt.
Bei Sarah ist es nicht ganz so schlimm, sie hatte zu Jahresbeginn 50% am schlechten Auge und inzwischen hat sie 60% geschafft.

Es reicht mit ihrer neuen Brille dass sie vernünftig lesen kann (auch in der Schule von der Tafel) aber natürlich ist es noch ein Stück weit von einem gut funktionierenden Auge entfernt.

Übrigens auch ich musste als Kind ein paar Jahre Pflaster kleben und ich fürchte ich hab meinen Kindern Amblyopie/ Schielen vererbt!

Ja wie du sagst kann man mit einem guten Auge ein schlechtes ziemlich gut ausgleichen.
Das hat Sarah anscheinend leider in die jetzige Situation gebracht.
Ihr linkes Auge ist vergleichsweise gut (da hat sie auch nur 2 Dioptrien) und nachdem die Behandlung vor 2 1/2 Jahren schon erfolgreich durch war hat sie dann oft in der Freizeit ihre Brille nicht mehr getragen, mit dem linken Auge kam sie ganz gut klar.
Dabei ist ihr rechtes Auge wieder ausgeblendet worden und hat die Hälfte der Sehkraft eingebüßt!
Ich mache mir jetzt auch Vorwürfe weil ich auch zu wenig darauf geachtet habe dass sie die Brille trägt!

Mit 14 war gar nicht sicher ob sie überhaupt noch auf die Behandlung anspricht, aber da haben wir anscheinend Glück.
Aber es bleibt nicht mehr viel Zeit!
Das ist der Grund warum sie jetzt konsequent und so viele Stunden abkleben muss.
Die Möglichkeit mit den Tropfen gibt es zwar aber wäre in ihrem speziellen Fall viel zu uneffektiv hat man uns erklärt.
Auch das Abkleben des Brillenglases (zum Schluss ihrer letzten Behandlung hatte sie statt Pflaster dann nur noch eine matte Folie auf dem linken Glas gebraucht) würde nicht mehr den gewünschten Effekt bringen- leider.
Sie muss leider noch einige Monate mit dem Pflaster durchhalten, aber später wird sie froh darüber sein!

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Die Lehrerin hat das also beobachtet, deiner Tochter gesagt, sie solle das Pflaster weglassen, damit sie nicht geärgert wird und sich dann aus der Sache rausgezogen?!
Wäre es nicht ihre Aufgabe, zu überlegen, wie sie die Mobber zur Räson bringt, mit denen zu reden, Konsequenzen zu verhängen? Meinetwegen auch No-Blame-Approach, aber IRGENDETWAS, außer ihnen zu vermitteln, dass ihr Verhalten normal ist und deiner Tochter zu vermitteln, dass sie dieses Verhalten einfach ertragen muss?

Vielleicht wären auch ein paar Sprüche mal nicht schlecht, die man zusammen mit deiner Tochter überlegen könnte.

Würdet ihr alle auch genauso reagieren, wenn sie einen Gips hätte? Lieber mit dem Bruch leben, als Mobbing aufgrund des Gipses zu ertragen? Ihr zu vermitteln, dass das nun mal die Konsequenzen sind, wenn man sich das Bein gebrochen hat?

Aus meiner Sicht wäre die Lehrerin bzw. ihre Kollegen in der Pflicht, mit den Mobbern und ggf. deren Eltern zu reden und die Sache zu unterbinden.

Warum sagt man dem Opfer, "lass das Pflaster weg", statt den Tätern zu sagen "hört auf, so mit ihr zu reden (oder über sie)!"???

Bearbeitet von Toschkalee
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Also das Pflaster hat Sarah schon von alleine abgemacht, aber die Lehrer:innen haben halt weggesehen und sich wahrscheinlich gedacht "lass mal, dann haben wir Ruhe" anstatt einzuschreiten!

Ich habe eben auch gedacht ich spinne!
Sarah hat ja nur gemacht was sie machen soll (nämlich ihr Pflaster zu tragen!) und hätte nur die Unterstützung von den Lehrern gebraucht gegenüber den paar doofen Kids!

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Naja... obwohl sie ab und an schlampt, ist der Erfolg doch da.

Sieh es als Kompromiss.

Ich habe mein Zahnspange damals auch nicht so getragen wie empfohlen, trotzdem war die Behandlung erfolgreich, also kannst du bestimmt ab und an mal alle 5e gerade sein lassen.

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Das ist es ja was mich so ärgert!

Denn eigentlich schlampt sie gar nicht!
Sie hält sich sonst wirklich brav an die vereinbarten Zeiten ohne zu maulen oder zu jammern!
Z.b. ist sie gerade mit ihren Freundinnen draußen, und sie hat eben ihr Pflaster am Auge und das ist gar kein Thema, die Mädels haben Spaß!

Ich bewundere sie eigentlich wie tapfer sie das bisher durchzieht denn das ist für eine 14 Jährige auch bei Unterstützung von ihren Freunden sicherlich kein Vergnügen!

Und dann kommen ein paar asoziale Gören und machen ihr das Leben zur Hölle!

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Naja denn würd ich es abhaken.

Ab und an mal drauf zu verzichten - und sei es nur, weil andere Kinder doof sind - ist doch okay.

Sie ist 14 und so wie du beschreibst macht sie es doch bewundernswert.

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Ich finde es unmöglich, wie wenig die Schule sich da in der Pflicht fühlt. Zu Mobbing ist ganz klar und unmissverständlich Stellung zu beziehen, Bewusstseinsbildung zu betreiben und Verantwortung für das schulische Klima zu übernehmen. Wenn sie das nicht tut, ist die Schule nicht gut genug.

Ich würde mich an die Direktion wenden, ernsthaft.

Bearbeitet von -Lil-